Hunde in Not
Therese Steuri

von Therese Steuri

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Ein Hund bekommt Hilfe

Ein Hund bekommt Hilfe

Da standen wir nun vor dem Mischlingsrüden. Der Hund kam sofort angerannt und zeigt grosse Freunde uns zu sehen. Zunächst begrüsste er meine Kollegin, dann sah er ihr Auto, mit dem er vor längerer Zeit zu seinem neuen Zuhause transportiert wurde. Vielleicht konnte er sich tatsächlich noch an diese schicksalhafte Fahrt erinnern. Wie wild dreht er seine Runden um den Wagen und begrüsste anschliessend die Vierbeiner, die uns begleiteten. Bobby zeigte sich lebensfroh..... doch das war nicht immer so!

Bobby war ein Hund in Not. Der Besitzer kümmerte sich überhaupt nicht um ihn. Den ganzen Tag blieb der Hund alleine und nur selten durfte er sich im Garten so richtig austoben. Es kam soweit, dass Bobby nur noch im Haus an einer kurzen Leine angebunden wurde. Die Abende waren endlos lange für das arme Tier, denn der Besitzer kam jede Nacht erst nach Wirtshausschluss nach Hause.

Durch das Fenster konnte ich den verwahrlosten Hund gut sehen.... nun musste endlich etwas geschehen! Er brauchte dringend Hilfe. Ich erinnerte mich daran, dass bei der Stadtpolizei bereits mehrere Meldungen über Bobby eingingen. Ich benachrichtigte die Polizei. Kurze Zeit später trafen zwei Polizisten vor Ort ein und ich konnte ihnen den Fall genau schildern. Erst nach internen telefonischen Abklärungen bei verschiedenen Behörden erhielten wir grünes Licht, um das Haus betreten zu dürfen. Ein Polizist wollte den Hund von der Leine befreien. Es kam wie es kommen musste! Der Hund benahm sich wie eine wilde Bestie und verteidigte seinen Platz. Wütend fletschte er mit seinen Zähnen und ging in Angriffsstellung und biss schliesslich den Polizisten in den Arm. In Vertretung für Bobby erkundigte ich mich später mit einer Flasche Wein nach dem Wohlergehen des verletzten Polizisten. Glücklicherweise war die Verletzung nicht schlimm! Nun wurde es äusserst schwierig. Konnte ich mein Anliegen, den Hund zu befreien, nach dem Biss noch anbringen? Aus meiner Sicht war der Besitzer nicht mehr in der Lage Bobby angemessen zu halten. Schlussendlich trugen die verwahrloste Wohnung und der seit Wochen nicht mehr geleerte Briefkasten dazu bei, dass der Hund durch die Behörden vorsorglich beschlagnahmt wurde.

Beim Tierschutzverein fand der Hund in Not dann ein neues, provisorisches Zuhause. Familie R. übernahm die Betreuung und die schwierige Aufgabe, dem Hund das Vertrauen gegenüber Menschen wieder zu geben. Verständlicherweise reagierte Bobby auf Männer skeptisch und ängstlich. Später wurde noch ein Experte beigezogen. Die Bestätigung, Bobby sei auf dem besten Weg ein umgänglicher Vierbeiner mit gutem Benehmen zu werden, liess uns immer mehr Hoffnung schöpfen, dass Bobby bald ein neues Zuhause finden würde.

Über Bobbys Happy End und den erfolgreichen Abschluss dieses Tierschutzfalles freue ich mich sehr. Obwohl dieser Fall sehr aufwändig war, da der eigentliche Besitzer zuvor nie auf unsere Telefonate und Briefe reagierte, hat sich der Einsatz gelohnt. Bobby ist nun ein glücklicher Vierbeiner geworden.

Zum Schluss danke ich allen Beteiligten für die spontane, tatkräftige Mitarbeit. Auch der Familie ein herzliches Dankeschön die Bobby in seiner Not liebevoll in ihrem Zuhause aufnahm.

Ich hoffe sehr, dass Bobby noch viele Jahre in seinem neuen Zuhause leben kann. Bis zum nächsten Mal...

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