Hunde in Not
Therese Steuri

von Therese Steuri

Seite empfehlen:

Tagaus Tagein allein

Tagaus, Tagein allein!

Eine Flut von Beschwerden erreichte mich. Alle Kläger waren sich einig, der Tierschutz sollte wieder einmal für Ordnung sorgen, oder anders umschrieben, einen Hund in Not wegnehmen. So einfach geht das aber nicht. Auch der Fall von Blacky musste bis ins letzte Detail abgeklärt werden.

Blacky lebte in einer Familie. Weil beide Hundehalter berufstätig waren, musste Blacky tagsüber alleine zuhause bleiben. An einem Freitag, den 13., geschah ein Missgeschick. Blacky fand in Frauchens Schuhen ein interessantes Spielzeug...

Gegen Abend, als seine Besitzer heimkehrten, begrüsste er sie mit Schwanzwedeln, aber leider war die Freude nur von kurzer Dauer, denn die zerkauten Schuhe lagen auf dem Teppich – und dies führte zu Prügeln. Tierfreunde wurden auf das Winseln und Jaulen des geschlagenen Vierbeiners in Not aufmerksam und jemand behauptete auch, der Besitzer hätte Blacky mit einem Stock geschlagen!

Für mich wurde dieser Fall sehr zeitaufwändig, denn niemand wagte sich, den Namen des Hundebesitzers zu nennen. Endlich erbarmte sich jemand und nannte den Namen der Besitzer von Blacky. Kurz darauf konnte ich mit den Besitzern Kontakt aufnehmen. Tiefbewegt erzählte dieser, sein Kollege hätte den Hund in Not ertränken wollen. Dem jetzigen Hundebesitzer gelang es aber, Blacky aus dem kalten Wasser zu retten. Vorerst glaubte er, das Hundebaby sei gestorben, aber plötzlich regten sich seine Lebensgeister und der Winzling fand bei ihm ein neues Zuhause.

Aus dem Welpen wurde ein wunderschöner, aber unglücklicher Hundejunge in Not... Es gab keine täglichen Spaziergänge, kein liebes Wort und von morgens bis abends wurde er in der Wohnung alleine eingeschlossen. Vergeblich machte er sich bemerkbar, niemand konnte Blacky hören.

Bei dieser Tierhaltung und laut Aussagen von Tierfreunden, dass der Hund wiederholt geschlagen wurde, konnten wir nicht mehr länger untätig bleiben. Deshalb legte ich dem Besitzer die sofortige Trennung von seinem Vierbeiner nahe. Er weigerte sich hartnäckig und wollte auf gar keinen Fall auf Blacky verzichten. Krampfhaft suchte er einen Tagespflegeplatz für den Hund in Not und behauptete immer wieder, dass es Blacky bei ihm doch schön hätte. Schlussendlich brachte die Polizei Blacky ins Tierheim, wo er vorübergehend Aufnahme fand, bis er in liebevolle Hände abgegeben werden konnte.

Dieser Tierschutzfall zeigte wieder einmal mehr, wie Hunde in Not körperlich und psychisch leiden müssen, wenn keine artgerechte Tierhaltung vorliegt. Dank aufmerksamer Tierfreunde konnte Blacky aber doch geholfen werden. Er fühlte sich wohl in seinem neuen Zuhause und ich wünsche ihm noch viele, glückliche Hundejahre.

Weitere Geschichten

zum Seitenanfang

Nutzungsbedingungen Datenschutzerklärung Impressum Site Map